Skizze meines Weges zur Philosophischen Praxis und Psychologischen Lebensberatung
Geboren wurde ich 1959 in Braunschweig (Niedersachsen), als zweitältestes Kind. Nach zahlreichen Wohnorts- und Schulwechseln begann meine universitäre Laufbahn mit dem Abschluss in Philosophie mit den Nebenfächern Pädagogik und Geschichte, gefolgt von einem Diplom in Soziologie, die ich mit „theoretischem Schwerpunkt“ und mit dem Nebenfach Psychologie studierte; anschließend noch die Promotion mit einem Thema, das meine Begeisterung für den interdisziplinären Blick, für Alltags-, Wissenschafts- und Wissenssoziologie aufgriff, sich mit Prozessen der Verwissenschaftlichung des Alltags allgemein und besonders der Psychologisierung des Liebens und Streitens in der Paarbeziehung befasste*.
Bis 1990 war ich an unterschiedlichen Universitäten in Lehre und Forschung tätig, lernte die Bundesrepublik von Norden bis Süden durch Wohnort- und Arbeitswechsel etwas besser kennen und ging Anfang 1991 in die Schweiz, wo ich in einem Beratungsunternehmen in St. Gallen arbeitete. Seit 1994 bin ich freiberuflich als Coach, Trainerin und Referentin in der Wirtschaftswelt tätig.
Über die Jahre begleitete mich meine Vision einer eigenen Philosophischen Praxis. Diese stille Präsenz ist ein „schönes“ Beispiel dafür, wie etwas, das auf fruchtbaren inneren Boden fällt, gestaltend wirkt, ohne dauerhaft bewusst und als Wunsch-Ziel stetig präsent zu sein.
Ab Mitte der 90er Jahre hatte sich in einem überschaubaren Kreis herumgesprochen, dass ich (parallel zu meiner Arbeit in Unternehmen) im privaten Rahmen „psychologische Beratung“ für Einzelne und Paare anbot. Dankenswerterweise nahmen die Anfragen zu, so dass ich – sehr langsam – den Entschluss fasste, gezielt initiativ zu werden und diesem Zweig eine stärker gelebte Realität zu ermöglichen. Dabei wünschte ich mir, den psychologischen Aspekt der Lebens- oder Orientierungsberatung um den philosophischen zu ergänzen.
Dieser Wunsch speiste und speist sich vor allem aus drei Quellen. Die eine ist meine Bewunderung der menschlichen Fähigkeit zum Denken, zur (Selbst-) Reflektion, zum kritischen Fragen, zu Intellektualität. Die andere ist meine Freude am Prozess des Denkens. Und die dritte Quelle ist meine tiefe Überzeugung, dass unser Geist, unsere Ratio (durchaus verflochten mit Intuition und Gefühl) jedem Menschen die Tür zu einer Welt öffnen kann, in der Orientierungsangebote dazu motivieren, bis dahin unbekannte Aspekte (auch) für die persönliche Lebensführung anzuschauen und fruchtbar zu machen.
Diese und andere Überlegungen und Beweggründe mündeten in die Tat (Workshops, vorträge, Beratungen). Zunächst vor allem in der Schweiz, dann auch in der Bundesrepublik Deutschland.
Den letzten Anstoß, meine philosophische und psychologische Beratung in der Form einer Philosophischen Praxis für einen größeren Kreis sichtbar zu machen, gab mir die Entdeckung der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis und der Kontakt mit deren aktuellem Vorsitzenden, Thomas Gutknecht! Herzlichen Dank!
* Siehe in Publikationen z.B. meine Bücher: „Verwissenschaftlichung des Alltags.“ Und „Was verstehst du unter Liebe?“; zudem werden Sie fündig in der Aufsatzliste.
