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Skizze meines Weges zur Philosophischen Praxis und Psychologischen Lebensberatung
Geboren wurde ich 1959 in Braunschweig (Niedersachsen), als zweitältestes Kind. Nach zahlreichen Wohnorts- und Schulwechseln mit der inzwischen um zwei Geschwister angewachsenen Familie konnte ich dankenswerterweise Abitur machen und 1978 ein Studium aufnehmen. Aus Gründen, die darzulegen einen kleinen Roman ergäben, begann ich mit Rechtswissenschaft. Mental einigermaßen wohl fühlte ich mich allerdings nur in der Rechtsphilosophie. In allen anderen Teilfächern fiel ich sowohl Dozenten als auch vielen Studierenden durch mein Nachfragen beispielsweise des Typs: „Warum so und nicht beispielsweise so?“ negativ auf. Sie fühlten sich dadurch gebremst und rieten mir, doch lieber Philosophie oder Soziologie zu studieren. Diese ironisch gemeinte Empfehlung fiel in mir auf fruchtbaren Boden, und nach einigem inneren Ringen wechselte ich zur Philosophie mit den Nebenfächern Pädagogik und Geschichte an der Universität Bielefeld, Abschluss MA phil.. Eine nicht zu disziplinierende Neugier an unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen lenkte meine Aufmerksamkeit schnell auf soziologische Fragestellungen. Also schrieb ich mich auch für Soziologie ein, die ich mit „theoretischem Schwerpunkt“ und mit dem Nebenfach Psychologie in Bielefeld und Bremen studierte; Abschluss Dipl. soz.. Daran schloss sich die Promotion mit einem Thema, das meine Begeisterung für den interdisziplinären Blick und Wissenschafts- und Wissenssoziologie aufgriff, vertiefte und sich mit Prozessen der Verwissenschaftlichung des Alltags allgemein und besonders des Liebens und Streitens in der Paarbeziehung befasste.
Bis 1990 war ich an unterschiedlichen Universitäten in Lehre und Forschung tätig, lernte die Bundesrepublik von Norden bis Süden durch Wohnort- und Arbeitswechsel etwas besser kennen und ging Anfang 1991 in die Schweiz, wo ich in einem Beratungsunternehmen in St. Gallen arbeitete. Dort – so dachte und hoffte ich damals – könnte ich den wissenschaftlichen mit dem pragmatischen Blick verbinden und meine Kenntnisse aus Philosophie und Sozialwissenschaften für Führungskräfte in der Wirtschaft fruchtbar machen. Seit 1994 bin ich freiberuflich als Coach, Trainerin und Referentin in der Wirtschaftswelt tätig.
Als 1981 Dr. Gerd B. Achenbach seine und die erste Philosophische Praxis in der Bundesrepublik etablierte, beeindruckte mich dies genauso, wie es mich begeisterte. Damals war ich noch Studentin, konzentriert auf Finanzierung des Studiums, Fürsorge für die längst auseinander gebrochene Familie und dem Drang, gleichzeitig und „trotz allem“ meine Studienzeit als ein Geschenk zu nutzen und zumindest einige seiner impliziten Möglichkeiten zu entfalten. Über die Jahre und meine mich weiterbildenden Aktivitäten (z.B. NLP (Neurolinguistisches Programmieren), Neurowissenschaften) sowie meine Publikationstätigkeit begleitete mich meine Vision einer eigenen Philosophischen Praxis permanent. Diese latente Begleitung dient mir als ein „schönes“ Beispiel dafür, wie etwas, das auf fruchtbaren inneren Boden fällt, gestaltend wirkt, ohne dauerhaft bewusst und als Wunsch-Ziel stetig präsent zu sein.
Ab Mitte der 90er Jahre hatte sich in einem überschaubaren Kreis herumgesprochen, dass ich (parallel zu meiner Arbeit in Unternehmen) im privaten Rahmen „psychologische Beratung“ für Einzelne und Paare anbot. Dankenswerterweise nahmen die Anfragen zu, so dass ich – sehr langsam – den Entschluss fasste, gezielt initiativ zu werden und diesem Zweig meiner Vision eine stärker gelebte Realität zu ermöglichen. Doch wenn schon, dann wünschte ich mir, den (sozio-) psychologischen Aspekt der Lebens- oder Orientierungshilfe um den philosophischen zu ergänzen.
Dieser Wunsch speiste und speist sich vor allem aus drei Quellen. Die eine ist meine Bewunderung der menschlichen Fähigkeit zum Denken, zur (Selbst-) Reflektion, zum kritischen Fragen, zu Intellektualität. Die andere ist meine Freude am Prozess des Denkens und daran, „Ent-Deckungen“ zu unternehmen, sowie an unterschiedlichen Denkherkünften und an den Früchten, die dieses Denken hervorzubringen vermag. Und die dritte Quelle ist meine tiefe Überzeugung, dass unser Geist, unsere Ratio (durchaus verflochten mit Intuition und Gefühl) jedem Menschen die Tür zu einer Welt öffnen kann, in der Orientierungsangebote, Impulse und Eingaben dazu motivieren können, bis dahin fremde, unbekannte Aspekte (auch) für die persönliche Lebensführung anzuschauen und zu prüfen.
Diese und andere Überlegungen und Beweggründe mündeten in die Tat: Zunächst vor allem in der Schweiz bot ich Workshops, Vorträge und Beratungen an, die philosophisches Fragen mit soziologischen, psychologischen und neurowissenschaftlichen Gesichtspunkten verflechten. In dieser Weise möchte ich vermehrt arbeiten - mit Einzelnen und kleinen Gruppen.
Den letzten Anstoß, meine philosophische und psychologische Beratung in der Form einer Philosophischen Praxis für einen größeren Kreis sichtbar zu machen, gab mir die Entdeckung der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis und der Kontakt mit deren aktuellem Vorsitzenden, Thomas Gutknecht! Herzlichen Dank!
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